Weniger ist Mehrwert.

Effektive Strukturen für effiziente Prozesse im Büro 4.0

20. November 2016
nach Sylvia Nickel
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Posteingang: 5 Ordner genügen. Echt?!?

Nachdem Joachim Schlosser seinen Vorschlag zur Strukturierung des Posteingangs  und damit sein Posteingangsmanagement vorgestellt hat, folgt meiner. Wie immer gilt: es soll Dich entlasten; daher sind solche Vorschläge stets Anregungen, aber kein Allheilmittel für alle Arbeitstypen – also gilt: wie es Euch gefällt.

7±2 Ordner genügen

Der Vorschlag, fünf Ordner im Posteingang anzulegen, kommt nicht von ungefähr, denn 7±2 ist unsere Aufmerksamkeitsspanne. Alles andere — also Ordner Nummer zehn, elf oder zwölf — erfordern Konzentration („Wohin denn nun mit der E-Mail?“). Die Frage aber ist:

Benötige ich überhaupt Ordner im Posteingang?

Ein klares „Jein“ meinerseits, denn dies hängt von Deinen Projekten und Deiner Arbeitsweise ab. Für den Posteingang gilt wie für alle anderen Aufgaben und Informationen:

Nach bewährten Eisenhowerprinzip stehen also diese Optionen zur Verfügung:

  • sofort löschen,
  • sofort bearbeiten,
  • sofort in eine Aufgabe verwandeln (und den realsitischen Zeitraum planen),
  • sofort automatisieren, delegieren oder weiterleiten.

In diesem Sinn benötigt der Posteingang keine Unterordner. Wenn jedoch verschiedene Rollen in unterschiedlichen Projekten eingenommen werden, empfiehlt sich eine automatische Vorsortierung per Regel, und zwar aus folgendem Grund: Ich möchte entscheiden, wann ich mich zeitlich dem einen oder anderen Projekt widme, und nicht durch den Posteingang meine Arbeitsweise bestimmen lassen.

  1. Rollen: Ich engagiere mich beispielsweise ehrenamtlich und lasse den gesamten Posteingang mit Bezug auf meine ehrenamtliche E-Mail-Adresse per Regel in einen Ordner vorsortieren. So kann ich mir die Zeit nehmen, diese Nachrichten zu bearbeiten, wann ich ich will und nicht, wenn der Posteingang etwas Neues hat. — Dies ist übrigens eine absolute Produktivitätsbremse: Die Eingangsbenachrichtigung. Schalte sie aus, bei Outlook, Notes, Deinem Smartphone.
  2. Newsletter und Kurse: Automatisch vorsortieren lasse ich sämtliche Newsletter, E-Mail-Kurse oder Challenges mit wiederholtem Maileingang und ohne Handlungsaufforderung für mich. Auch hier möchte ich bestimmen, wann ich mir das Zeitfenster zur Information nehme.Beide Fächer leere ich nach der jeweiligen Bearbeitung durch löschen oder – falls rechtlich, vertraglich oder organisatorisch relevant – verschieben in den Projekt-, Rollen- oder anderen Ablageordner unter „gesendete Objekte“.
Posteingangsordner (c) Sylvia Nickel

Posteingangsordner (c) Sylvia Nickel

Alles andere landet im Posteingang, den ich regelmäßig leere, indem ich unnützes und überflüssiges lösche, informatives weiterleite, wichtiges, aber nicht dringliches in die Aufgaben ziehe sowie wichtiges und dringliches sofort bearbeite und alles aus dem Posteingang entferne. Kurzum. Mein persönlicher Posteingang hat zwei Unterordner: Ehrenamt und Newsletter etc.
Da sind  noch zwei Kategorien von E-Mails, die keine Antwort erfordern:

  • Zu-Deiner-Information-Mails: BCC (blind carbon copy) und CC (carbon copy) erfordern keine Aktion meinerseits und werden deshalb in den entsprechenden Projektordner sortiert. Unter Umständen antworte ich, um das Missverständnis einer übermäßigen CC- oder BCC-Nutzung per vorbereitetem Textbaustein aufzuklären, denn allzu viele Mails richten sich mit CC an einen überflüssig großen Adressatenkreis.
  • Warten-auf-andere-Mails: Terminanfragen oder weiterzuleitende Aufgaben werden umgehend veranlasst. Die Eingangsmail kommt ebenfalls in den Projektordner.

Und das wirft die nächste Frage zum E-Mail-Management auf.

Wohin mit den Mails aus dem Posteingang?

Interessanter ist die Frage nach dem Wegsortieren der Mails. Viele Mails lösche ich, wenn sich der Sachverhalt erledigt hat; da stimme ich mit Joachim Schlosser überein. Einige, auftrags- bzw. vertragsrelevante Mails, werden in den dazu gehörigen Ordner unter gesendete Objekte verschoben, ebenso wie die BCC- und CC-Mails sowie die Mails, die auf eine Reaktion von Dritten warten (z. B. Terminzusagen, Zuarbeiten usw.). Zeitgleich lege ich bei diesen Delegationsaufgaben eine Terminnotiz an, denn in der Regel existiert ein Fälligeitstermin.
Der Ordner „gesendete Objekte“ wird automatisch archiviert. Lediglich ausgewählte Projektordner archiviere ich manuell erst nach Abschluss des Projekts. So sammelt sich kein Mailfriedhof im Mailclient an, denn weniger ist Mehrwert.

Ist das nun ein anderes System als die 5 Ordner?

Joachim Schlosser schlägt diese Kategorien vor, die ich wie folgt in meinem System einordne:

  1. Antworten: Diesen Ordner habe ich nicht, da ich sofort entscheide und damit in den meisten Fällen sofort antworte. Aus allen anderen Mails, die eine Reaktion erfordern, mache ich eine Aufgabe, wobei mir persönlich wichtig ist, die Aufgabenliste so kleine wie möglich zu halten. Es mag dem persönlichen Arbeitsstil geschuldet sein, ob sich dieser Ordner lohnt oder eher hindert. Mir persönlich missfällt es, mich zweimal mit einem Gedanken zu befassen. Wer jedoch per Tablet oder Smartphone unterwegs die E-Mails prüft wird mit diesem Ordner und einem Click schnell die nächste Arbeitseinheit für das Büro vorstrukturieren können, frei nach der Pomodoro-Technik.
  2. Lesen online: Diesen und den nächsten Ordner finde ich interessant. Allerdings unterscheide ich nicht nach Netzverfügbarkeit, da diese für mich nahezu immer gegeben ist. Das mag bei Reisenden anders sein. Insgesamt korrespondiert dieser und der folgende Ordner mit meiner automatischen Vorsortierung nach Rollen und Newslettern. Es hat Zeit, verarbeitet zu werden.
  3. Lesen Offline: siehe oben unter (2).
  4. Warten: Ich erstelle in beschriebenen Fällen eine Terminnotiz und verschiebe entsprechende Nachrichten in „gesendete Objekte“ (und dort — falls vorhanden — in den Projektordner).
  5. Referenz: Dies korrespondiert mit „gesendete Objekte“ in meinem System, in welchen ich Antworten oder informatorische wichtige E-Mails verschiebe, die nicht sofort gelöscht werden sollten oder können. Dieser Ordner hat bei mir Unterordner, jedoch so wenig wie möglich, z. B. nach Projekten oder Personen, die nicht der Auto-Archivierung unterliegen sollen.

Ivan Blatter empfiehlt übrigens das LAHA-Prinzip für einen leeren Posteingang bzw. die Zero Inbox, das mit meiner Vorgehensweise korrespondiert: Lesen – Antworten – Handeln – Ablegen.

Ich bin gespannt, wie Dein System funktioniert. Lass es uns wissen.

Eine entspannte Zeit,
Sylvia Nickel
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Einen für Dich effizienten Workflow in Sachen E-Mail erarbeiten wir im Workshop E-Mail xs.
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18. November 2016
nach Sylvia Nickel
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Welches Social Network ist das Richtige?

Als Netzwerker betätige ich mich nicht nur in meinem Berufsverband, sondern gebe meine Erfahrung seit 2012 im monatlichen Update-Webinar „Kontaktmanagement und Netzwerken“ und der Anschlussreihe „Karriere nach Maß“ weiter. Dieser Artikel fasst mehrere E-Mails zusammen, die ich als Antwort auf die Fragen zum Networking-Tool formuliert habe.

Insbesondere Berufseinsteiger und Young Professionals fragen mich nach dem „richtigen“ Social Network für die berufliche Netzwerkpflege. Hier fallen mir drei Social Networks ins Auge:

Wo erreiche ich wie viele Personen?

Linkedin ist ein Werkzeug, um Geschäftskontakte international zu pflegen. Es hat weltweit 347 Millionen Mitglieder. XING hingegen hat 15 Millionen Nutzer, allerdings vorwiegend im D-A-CH-Gebiet (Deutschland, Österreich und Schweiz). In diesen Ländern  ist Linkedin mit 5 Millionen Nutzern vertreten. International ist Linkedin die bessere Plattform und daher solltest Du dein Profil in englischer Sprache anlegen.

Social Networks (c) Sylvia Nickel

Social Networks (c) Sylvia Nickel

Auf Google + sind weltweit 3,5 Millarden Perosnen registriert (Stand: Novemer 2016). Allerdings repräsentiert Deustchland mit 1,5 Millionen eine relativ kleine Gruppe.
Wenn Du im deutschen Sprachraum bleiben möchtest ist XING sehr wahrscheinlich die bessere Wahl. Hier findest Du mit einem Klick die wesentlichen Unternehmensdaten, kannst nach Branchen und Funktionen suchen und in den hauptsächlich berufsbezogenen Events stöbern.
Das Social Network muss jedoch nicht rein berufsbezogen sein:

Was ist mit Facebook?

Facebook hat die Kinderstube verlassen. Allerdings sind Recruiter und die alten Hasen im deutschen Sprachraum vorwiegend auf XING unterwegs. Dies hat gute Gründe: Gruppen, Events und auch die Profile sind berufsbezogen. Facebook kommt quasi aus der privaten Ecke. Selbstverständlich checken Personaler die Facebookpräsenz bei Bewerbern; „privat“ ist Facebook daher schon lange nicht mehr.

Natürlich lässt sich auch auf Facebook beruflich netzwerken. Dies hängt von der Branche, dem Alter und der Affinität der Beteiligten zu Social Media ab. Dein öffentliches Facebookprofil sollte daher arbeit- oder auftraggebergeeignet sein: Das betrifft den Benutzernamen, das Profilbild und das Titelbild. Überprüfe außerdem die Privatsphäreeinstellungen.

Die geeignete Plattform sollte Dir gefallen und einen für Dich interessanten Personenkreis als aktive Nutzer aufweisen. Da sind wir schon bei der letzten Überlegung:

Wie aktiv sind die Nutzer?

Ich persönlich bin auf vielen Plattformen registriert, nutze regelmäßig — auch und für die Kontaktpflege —  zurzeit hauptsächlich Facebook und XING, auch in dieser Reihenfolge des zeitlichen Einsatzes. Manche Social Networks gleichen eher einem Personenregister als einer aktiven Plattform; da lässt sich nur schwer der Kontaktkreis erweitern. Beobachte daher die Aktivität der Benutzer anhand Aktivitätsindex (falls vorhanden), Postings und Gruppendiskussionen.

Entspanntes Netzwerken,
Sylvia Nickel
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14. November 2016
nach Sylvia Nickel
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#OfflineDay 2016

Was 2013 mit dem Gedankenblitz zweier Blogger begann jährt sich zum dritten Mal. 24 Stunden ohne Netz.  Reserviert dafür ist – wie jedes Jahr – der 15. Dezember.
An diesem Tag geht es darum,  bewusst die digitalen Informationsströme zu kappen.  Doch wie überlebt man 24 Stunden ohne Netz und vor allem: was bringt’s? Darum geht es im gleichnamigen Webinar am 14.12.2016. Bist Du dabei?

–> Hier geht es zur Anmeldung: https://www.edudip.com/w/208816
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13. November 2016
nach Sylvia Nickel
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Toolbox |►► Textbausteinverwaltung Deluxe

Wäre es nicht schön, nicht stets das gleiche zu tippen? Das funktioniert für Satzfragmente, Floskeln und sogar längere Texte. Neben den aus dem Office-Paket bekannten und leider auch darauf beschränkten Schnellbausteinen lässt sich dies mit Textbausteinprogrammen realisieren.

Was sind Textbausteine?

Textbausteine sind Absätze, Sätze oder Satzfragemente, die Du häufig verwendest. Damit nicht derselbe Text noch einmal getippt werden muss, wird er in einer Textbausteinverwaltung hinterlegt; dies kann einen spezielle Software, eine Office-Komponente wie die Schnellbausteine im Microsoft Office oder eine schlichte Textdatei sein (die Grundlagen erläutere ich –>hier).

Textbausteinverwaltung Deluxe (c) Sylvia Nickel

Textbausteinverwaltung Deluxe (c) Sylvia Nickel

Eine Textbausteinverwaltung nimmt Dir die Organisation der Texte nicht ab. Idealerweise bietet eine Textbausteinverwaltung die Möglichkeit, Ordner anzulegen und darin Texte zu organisieren. Dabei gilt: Die Struktur Deiner Textbausteinverwaltung – unabhängig von der genutzten Lösung – muss für Dich funktionieren. Es bietet sich an:

  • keine Struktur – bei wenigen Textbausteinen
  • Funktionen (z. B. E-Mail, Akquise, Seminarorganisation usw.) oder Projekte (z. B. Projekt A, B, C – nach Deiner Rolle im Projekt) bei verschiedenen Funktionen bzw. Rollen in der Organisation.
  • Apps und Anwendungen (z. B. Facebook, Linkedin, XING, Outlook usw.)
  • Funktionen bzw. Projekte mit Unterordern bei einer Vielzahl an vorhandenen Textbausteinen.
Organisation der Textbausteine (c) Sylvia Nickel

Organisation der Textbausteine (c) Sylvia Nickel

Meine Textbausteinverwaltung folgt einem gemischten System und verfügt beispielsweise über die Ordner:

  1. Ehrenamt (Signatur, Kurzbeschreibung des Vereins, Standardeinladungstext, Veranstaltungsreminder usw.);
  2. Netzwerken (Kontaktanfrage, Kontaktbestätigung, Vernetzung usw.);
  3. E-Mail-Effizienz – zur „Erziehung“ meiner Korrespondenzkontakte (EOM, NNTR, 5-Sentences usw.);
  4. E-Mail-Struktur (Anrede, Dateianhang, Ausstieg, Terminbestätigung usw. sowie Grußformeln);
  5. Events (facebook, edudip, linkedin, sofengo, Xing usw.);
  6. Templates (Blogartikel, Seminarbeschreibung, Buch-Exposée, Personenbeschreibung etc.).

Es empfiehlt sich, die 7±2-Regel bei der Ordner- und Textbausteinorganisation zu befolgen, damit die Nutzung einfach ist.

Was leistet die Textbausteinverwaltung Deluxe?

Die Textbausteinverwaltung Deluxe von JBSoftware ist eine Freeware mit erstaunlich guter Funktionalität. Sie bietet – für mich – alles, das ich benötige:

  • Mit Klick auf die linke Mousetaste erscheinen alle Textbausteine, recht: die Datenbankoptionen;
  • Unterordner,
  • Formatierter und unformatierter Text,
  • Verknüpfung von Textbausteinen,
  • Anwendung in allen Apps (ich bin versucht, „Applikationen“ zu schreiben, so wie es einmal hieß),
  • Hotkeys – per Tastaturkombinaton häufig genutzte Texte einfügen.

Das hat mich positiv überrascht

Die Texbausteinverwaltung Deluxe weist einige Funktionen auf, die mich besonders begeistern. Hier eine kleine Auswahl:

  • Cloud-unterstützt (z. B. Dropbox), dadurch Mehrgeräteeinsatz, aber auch die Nutzung durch mehrere Personen möglich;
  • Automatisches Anknüpfen von Dateianhängen;
  • Code-Modus für HTML und andere Codes;
  • Kalkulationsmodule für bedingte Textbausteine (hierfür werde ich ein separates Webinar anbieten; einen Überblick gibt das Demo-Video von JBSoftware);
  • Verknüpfung mit der MemoMaster-Wissensdatenbank (optional).

Kriterien zur Auswahl einer Textbausteinverwaltung

Die Textbausteinverwaltung Deluxe von JBSoftware ist eine vieler möglicher Lösungen. Beantworte folgende Fragen für Dich und Du wirst die geeignete Textbausteinverwaltung finden:

  • alleine oder gemeinsam nutzen?
  • viele Elemente oder wenige?
  • Cloud-Support (Notebook, Tablet etc.) oder lokal?
  • Hotkeys?
  • Office-Applikationen oder auch Web?
  • Weitere Anwendungen bzw. Anwendungsverküpfungen?
  • Code, formatiert oder einfach Text?
  • Kalkulationselemente oder Nur-Text?
  • Verküpfung mehrer Bausteine oder einzelne Ablage?
  • Dateianhang oder nicht?
  • Viele (alle) Porgramm oder nur spezielle Anwendungen?

Dieses Thema ist Teil des Webinars Tooltime |►► Textbausteinverwaltung Deluxe„. Weitere Webinare von mir findest Du übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.

Ich wünsche Dir effektive Textbausteine und viel Zeit für das Wesentliche,
Sylvia Nickel

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11. November 2016
nach Sylvia Nickel
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Telefon statt Mail: Wie Du Geschäftspartner zum Telefonat motivierst statt zehn Mails zu senden

Heute in der Sprechstunde: „Ich würde lieber telefonieren, statt zehn E-Mails hin- und herzusenden, doch sie gehen nicht ans Telefon. Wie bringe ich dies meinen Gesprächspartnern bei?“ – Gute Frage … Das trifft die Grundlagen Basics des Mailmanagements und die Frage nach effektiver Kommunikation.

E-Mail ist sinnvoll für Informationen, die nicht erst abgeglichen werden müssen. Planst Du beispielsweise ein Event und willst Dich mit mehreren Personen über Ort, Termin und die Organisation der Vorbereitung koordinieren, so ist das Telefon die bessere Variante, denn vermutlich werden auch Alternativen diskutiert. Diese Aufgabe mit E-Mail lösen zu wollen führt unweigerlich zu einer Flut „aw: aw: aw:“ – Antworten auf die Antworten der Antworten.

E-Mails eignen sich für strukturierte Informationen oder klar adressierte Fragestellungen, sogenannten Ja-/Nein-Fragen. Für alle offenen Fragen im Sinne der Fragetechnik ist das Gespräch der effiziente Weg

 

Bitte nicht per Mail (c) Sylvia Nickel

Bitte nicht per Mail (c) Sylvia Nickel

Doch wie überzeugt man intensive Mail-Nutzer, dass der Griff zum Telefon der effektive Weg ist? Hier einige Beispiele:

  • Da wir nun [soundsoviel] E-Mail zur Sache ausgetauscht haben, schlage ich ein Telefonat vor, am …. um …
  • Die Koordination wird ca. [soundsoviel] Minuten in Anspruch nehmen. Ich schlage diesen Telefontermin vor: ….. Bitte bestätigen Sie mir diesen einfach mit der Ergänzung „–> ok“ im Betreff.
  • Diese Angelegenheit ist komplex, lässt sich jedoch in einer Telefonkonferenz schnell besprechen. Ich schlage habe daher einen Terminfinder für die Telefonkonferenz eingerichtet. Bitte folgen Sie diesem Link und signalisieren Sie mir Ihre Verfügbarkeit. Ich werde Sie am …. [je nach Sachlage und Mailnutzung, z. B. eine Woche später] über den Termin informieren.

Eine vorgegebene Terminauswahl führt bei den Beteiligten für eine mehrfache, vorbehaltliche Blockierung der Zeit im Kalender. Daher ist ein zügiges Feedback über den gefunden Termin für alle nicht nur notwendig, sondern ein Zeichen des Respekts vor Lebenszeit, Deiner und der der anderern.

Ein entspanntes Telefonat,
Sylvia Nickel

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6. November 2016
nach Sylvia Nickel
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Minimalismus im Wertgefüge oder: warum ich Maximalist bin

Seit vier Jahrzehnten beschäftigt mich der Gedanke, alles nur einmal anschaffen zu müssen, wenn die Qualität denn stimmt, und nur das zu besitzen, was man benötigt, denn das eine oder andere kleine Erinnerungsschnipsel in materieller Form kommt sowieso automatisch hinzu: Die Muschel, die an den besonderen Tag am Strand erinnert, die Konzertkarte, der Bierdeckel des Besuchs einer Craft Beer Brewery usw.

Meine Motivation ist ganz unpolitisch, denn dies war ich zu Kindheitstagen sicher nicht; vielmehr lebte mir meine Familie (oder vielmehr einige Personen im Umfeld) diese Werte vor. Bei einem Wunsch z. B. nach einer Mundharmonika wurde eine qualitativ hochwertige [Hohner] angeschafft, verbunden mit der Antwort auf die zuvor gestellte Frage: „bist Du überzeugt, dass Du dieses Instrument erlernen willst?“  Ich spiele – wenn auch selten und recht amateurhaft – diese Mundharmonika noch heute (danke, Opa).

Seither kaufe ich das, von dem ich überzeugt bin, es bis an mein Lebensende nutzen und schätzen zu wollen. Da muss schon ordentlich Qualität die Basis sein. Für viele Gegenstände hat sich dies auch bewahrheitet: Ein britischer Trench aus dem Jahr 1977, [Sendra Bikers] Motorradstiefel, die seit 1988 im Einsatz sind, zwei [Leolux Dici-Divi] Sessel, die seit 1990 meine Wohnung zieren, eine [Braun M;ultiquick 7 K 3000] Küchenmaschine, die seit 1992 im täglichen Einsatz ist – ebenso seitdem die gewaltige [KitchenAid] andere -, eine Leuchte, die mich seit 1984 im Büro begleitet, ebenso wie der manuelle Tischanspitzer, ein [Montblanc]Füller, der seit 1985 samt Tintenroller (nachfüllbar ohne Fabrikpatrone) im Dauereinsatz ist, der „perceptual calendar“ nach dem Design von Jean Pierre Vitrac, den ich in Rom im schönen Jahr 1973 mit sieben Jahren unbedingt haben wollte (und der meinen Vater damals ein kleines Vermögen gekostet hat, aber seit 40 Jahren auch im Museum of Modern Art hängt, was ich erst mit 25 Jahren realisiert habe) … ich könnte jetzt sehr vieles aufzählen. Nein, 100 or less … das schaffe ich nicht 😉 Natürlich gibt es auch einen natürlichen Verschleiß beim einen oder anderen Nutzungsgegenstand. Nicht selten befällt mich ein Anflug von Trauer, wenn ich entscheide, mich davon zu trennen, weil der Funktionszweck nicht mehr erfüllt ist. Am liebsten hätte ich einen Gnadenhof namens Museum für die lieb gewonnenen kleinen und großen Gegenstände eröffnet, die fortan nicht mehr zum Alltag gehören.

Weniger (c) Sylvia Nickel

Weniger (c) Sylvia Nickel

Wer ist der wahre Minimalist?

Mittlerweile beobachte ich, wie intensive Diskussionen rund um das Thema Minimalismus stattfinden und nahezu ein Wettbewerb um „wer ist der wahre Minimalist“ ausgebrochen ist. Das erinnert mich sehr stark an alle Strömungen, in welchen Menschen andere Menschen missionieren wollen, Anerkennung suchen und trennendes Denken (du bist gut – ich bin aber besser) anwenden. Puuuuh… ist es in dieser Zeit nur noch möglich, extrem zu sein? Kann man nicht einfach sein Ding machen und akzeptieren, dass andere einen anderen Weg gehen? Die Grenze zwischen nahezu krankhaftem Verhalten und gesundem Wertmaßstab würde ich da ziehen, wo die Missionierung anderer beginnt, einhergehend mit der eigenen sozialen Isolation. – Der Begriff „Minimalismus“ fasst meines Erachtens viele Ströme zusammen, die zurzeit zu beobachten sind. Die Motive sind ganz verschieden: Leben (fast) ohne Geld, funktionales Design, Nachhaltigkeit in Produktion, Transport und Nutzung sowie Qualität, Spiritualität und Achtsamkeit. Da wundert es mich nicht, dass manchmal (scheinbar) widersprüchliche Meinungen aufeinanderprallen. Meine Ernährung gehört für mich zu meinem Minimalismus dazu:

Als „Zeitmanager“ ist dies auch eine wesentliche Überlegung: Wenn der Körper richtig funktionieren kann, der Geist geerdet ist, dann kann auch die Zeit sinnvoll genutzt werden, in jeder Sekunde, mit jedem Atemzug (und wenn es eine Ein-Minuten-Meditation ist). Zeitmanagement (oder besser: Gelassenheit) und Lebensführung bedingen sich gegenseitig; in einem nervösen Körper kann kein ruhiger Geist wohnen und umgekehrt.

Ich könnte so nicht leben

Manchmal stelle ich Abwehrhaltungen fest, wenn ich, auf mein „Rezept“ nach Vitalität gefragt, die Frage offen und ehrlich beantworte: „Viel Gemüse und Obst, ein paar Nüsse und in homöopathischen Dosen das eine oder andere aus der Fabrik, wohl wissend, dass dies ein Gemisch aus hoch verarbeiteten Indigrenzien ist, wovon etliche mit Natürlichkeit nichts zu tun haben.“ Dann kommt sofort „ich könnte so nicht leben.“ – Dabei habe ich das nicht verlangt oder behauptet, man müsse es; ich habe ehrlich auf die mir gestellte Frage geantwortet: „Wie machst Du das, so fit und schlank zu sein?“ – Und dann erinnere mich: Auf meinem Weg zu meiner heutigen Ernährung (die nun nicht spektakulär, aber für mich achtsam ist) habe ich anfängliche Ablehnung einer bestimmten Ernährungsweise stets als Schalter erlebt, genau diesen Weg einzuschlagen. Ich habe mich beispielsweise wochenlang damit gedanklich beschäftigt, welche Lebensqualität ein Rawtill4, das fruityourself, der Ansatz von paleovegan usw. bringt und welche Lebensqualität dies sein soll. Die ersten Gedanken waren ablehnend, genauer: „ich könnte und wollte so nicht leben“. Als Ökonomin suchte ich unbewusst den Preis für die Leistung. Er erschien mir zu hoch, in diesem Moment, in jener Phase: Gesund, vital und fit sein (= Leistung), indem ich mich bio, (möglichst) vegan ernähre und aus nahezu jedem Handgriff (richtig ausgeführt) eine sportliche Einlage mache (=Preis)?- Absurd, dachte ich. Dann startete ich den Selbstversuch. Den ersten brach ich meist kopfschüttelnd („so könnte ich nicht leben“) nach drei Tagen ab. „Nur Obst? Nur Rohkost? – Geht’s noch?!?“ − Zwei Wochen machte ich weiter im alten Trott und beschäftigte mich mit dem Gedanken, z. B. „du könntest nur von Rohkost leben“. Und ein paar Wochen später stellte ich dann fest, dass ich ganz unbewusst mein Verhalten genau dahingehend geändert hatte. Wirklich verrückt. Psychologisch jedoch erklärbar:

Aber, wenn wir den Mut haben, unsere Angst vor diesem Neuen zu überwinden, die Komfortzone zu verlassen, können wir es annehmen; sehr interessant. – Was lehnst Du gerade kopfschüttelnd ab? 😉

Was ist Dein Urprogramm?

Zurück zu meinem Verständnis von Minimalismus, denn zurzeit bewegen mich schon einige fundamentalistische Behauptungen wie „Minimalismus ist das Freimachen von Zwängen“ im Sinn von fremdgesteuerten Leben, vielleicht sogar von Abhängigkeiten (welcher Art auch immer). Da schüttele ich innerlich den Kopf, denn für mich ist Minimalismus ein Weg der Achtsamkeit, einer des bewussten Lebens: Nicht gierig horten, sondern das besitzen, was man braucht und regelmäßig nutzt, was man wertschätzt. Wenn ich einem Gegenstand keine Wertschätzung mehr entgegenbringe(n kann), dann brauche ich ihn nicht mehr und kann ihn verschenken oder verkaufen, damit andere sich daran erfreuen. „Zwang“ kommt von außen (übrigens ebenso wie die Dringlichkeit). Ich aber will (weil es für mich eine Wichtigkeit ist) 🙂 Ebenso wie bei der Ernährung werde ich vielleicht meinen Wert künftig als Maximalist bezeichnen: Ein Maximum an Nutzungsdauer, Lebensfreude und natürlichen (Nähr-)Stoffen. Insofern gilt: Weniger ist Mehrwert. Dies ist die Grundlage meines Handelns, denn der Fokus gilt dem einen Moment, der zählt: jetzt. Ich verrate Dir mein Veränderungskonzept in Sachen Ernährung –> hier.

Weitere Webinare von mir findest Du auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.

Eine entspannte Zeit,

Sylvia

Nachtrag am 09.11.2016:
Wie ich dank meines RSS-Readers gerade feststelle hat auch Stephan List einen lesenswerten Beitrag zum Minimalismus in seinem Blog veröffentlicht: Feature zum Minimalismus.

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15. Oktober 2016
nach Sylvia Nickel
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Büro 4.0 und die Kunst des Lassens

Microsoft setzt in seiner neuen Deutschlandzentrale auf „Smart Workspace“, Arbeitsplätze mit Wohlfühlfaktor, berichtet das t3n-Magazin. Dies klingt erst einmal nicht revolutionär. Doch der Untertitel „1 100 Arbeitsplätze für 1 900 Mitarbeiter, nicht mal die Chefin hat ihren eigenen Schreibtisch“ stieß auf den Kommentar „noch so ein Witz“ auf meinem Profil im sozialen Netzwerk, in welchem der Artikel verlinkt ist. Dieser Gedanke scheint Unwohlsein auszulösen. – Warum?

Büro 4.0 „, „New Work“ oder „Smart Worskspace“ – die Digitalisierung ermöglicht eine weitgehende Entflechtung von traditionellen Arbeitsorten, vor allem dem Büro. Diese neue Freiheit will jedoch auch kulturell gelebt werden. Doch zurück zum unternehmerischen Kalkül.

Die Kostenseite

Ein Vollzeitarbeitsplatz im klassischen Büro nimmt rund zwölf Quadratemeter inklusive Nebenflächen in Anspruch. Dieser wird bei 100% Anwesenheit rund 220 Tage genutzt. Das ist eine Auslastung von zwanzig Prozent (1 760 Arbeitsstunden/8 760 Gesamtstunden jährlich), längere Abwesenheiten durch Außentermine und Meetings, Kindererziehungszeiten, Sabattical, Krankheit und Weiterbildung nicht berücksichtigt. Inklusive Nebenkosten wird das Vorhalten dieses Arbeitsplatzes ohne Kosten von Mobiliar und Technik rd. 2.500 €, in gehobenen Lagen entsprechend mehr. Dies sind jedoch nicht alle Kosten. Viele Arbeitgeber bieten ein Job-Ticket an oder stellen Parkplätze bereit. Hinzu kommen Incentives, von der Saftbar bis zum Meetingkeks, der Betriebskantine und dem Ruhe- oder Fitnessraum. Dies alles wird mit dem Smart Workspace nicht abgeschafft, sondern anders genutzt: Flexibel, bei Bedarf und damit abgekoppelt vom Habitat des eigenen Schreibtischs samt Familienfoto und Blumentopf. Was bringt diese Flexibilisierung? Können wir von der Trennung unserer Welten (Life-/Work-Balance) zu einem fließenden Übergang (Life-work-flow oder Work-life-flow) gelangen?

LifeWorkFlow (c) Sylvia Nickel

LifeWorkFlow (c) Sylvia Nickel

Die Ertragsseite

Die Ertragsseite des Büro 4.0 wartet mit vielerlei Vorzügen auf: Flexibleres Arbeiten – auch im Home Office – ermöglicht familiengerechter zu arbeiten. Eine situative, projektgebundene Zusammensetzung von Mitarbeitergruppen beugt überdies Mobbing und der berühmten Gerüchteküche vor. Ein Rollenwechsel in der Organisation  ist nicht mehr mit dem Einzug in dieses oder jenes Büro verbunden; dies stellt die HR vor neue Herausforderungen, was Anreize [Incentives] angeht. Vor allem aber kann ein Tisch, der nicht der „eigene“ ist mit Papierburgen belegt werden. Disziplin wird zu einer weiteren Herausforderung, sozusagen auf dem „next level“. Der wesentliche Vorteil liegt jedoch in der Zeit:

Die gewonnene Zeit kann sinnstiftend genutzt werden und ist damit ein Motivator. Dies wiederum erhöht die Produktivität. Ganz nebenbei reduzieren sich Meetingzeiten, denn die Erfahrung zeigt, dass Telefonkonferenzen oder Webmeetings in kürzerer Zeit durchgeführt werden als reale Meetings vor Ort. Das Büro wird zum Meetingplace, zum Think Tank, zur Austauschstätte – wirklich?

Abschied vom traditionellen Büro?

All diese Vorzüge werden dann realisiert, wenn die Kultur des Smart Workplace stimmt. Denn, wer hoch konzentrierte Arbeiten dank WG-Flair von nun ab auf den Home-Office-Tag schiebt und dort ebenso wenig Ruhe findet, hat nichts gewonnen. Mit Smart Workspace und New Work sind weitere Fähigkeiten notwendig wie Selbstmotivation, -organisation und vor allem Vertrauen in die gute Absicht aller Beteiligten. Neben vielfältiger sozialer und Selbstkompetenz gehört aber vor allem die Kunst des Lassens für alle Beteiligten dazu:

  • zulassen eigener Arbeitsrhythmen,
  • loslassen vom Standesdünkel des eigenen Schreibtischs und
  • weglassen der Anwesenheits- und Beschäftigungskontrolle.

Ich freue mich darüber, dass die Digitalisierung schrittweise den ökologischen Irrsinn abschafft, den wir seit Jahrzehnten betreiben. Gerade einmal fünf Prozent der Erwerbstätigen arbeiten nach Erhebungen des statistischen Bundesamtes im eigenen Haus oder in der Wohnung, der Rest pendelt – im Durchschnitt 30 Kilometer täglich.
Es waren übrigens US-Unternehmen, die mit Aufkommen des Internet schon in den 1990er begonnen, teure und repräsentative innerstädtische Büroflächen abzubauen sowie Arbeitszeit und -ort zu flexibilisieren; nach einem Vierteljahrhundert sollte auch Deutschland reif für diese Konzepte sein, ob es die Organisationskulturen sind, steht auf einem anderen Blatt.

Dieses Thema ist Teil der WebinarserieBüro 4.0„. Weitere Webinare von mir finden Sie übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Sie zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen ein Produktivität und Freude im Büro 4.0,
Sylvia Nickel

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12. Oktober 2016
nach Sylvia Nickel
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Toolbox |►► Disziplin mit RescueTime

Du weißt, dass Du wertvolle Zeit mit Social Networks, News und Communities verprasst und dennoch kannst Du es nicht lassen? Dann mag RescueTime das richtige Werkzeug für Dich sein. Zwei Monate habe ich dieses getestet; hier ist mein Zwischenbericht.

Tracking – oder genauer: zeitversetzt ausgewertetes Tracing – ist nicht nur geographisch gebunden, sondern wird mittlerweile gerne eingesetzt, um Prozesse jeder Art zu optimieren. Im Gegensatz zu typischen Erfassungssystemen wie Stempeluhr, Zeiterfassung usw. ist eine Aktion des Nutzers nicht notwendig. Die Aufzeichnung läuft einfach mit und liefert – aufbereitet – die Daten. RescueTime gibt Dir so einen Überblick über die Aktivitäten an Notebook, Tablet und PC.

Der Weg zu mehr Produktivität: Messen, zählen, wiegen

Wenn Du Dich nach Tracking Tools umschaust, dann wirst Du bemerkt haben, dass Du Dich verzettelst, und, dass Du Deine Zeit mit Zeitfressern verbringst anstatt produktiv für Deine Ziele zu arbeiten. Zu den typischen Zeitfressern im Büro 4.0 gehören

  • Social Media-Plattformen „studieren“,
  • Checken des Posteingangs mit sporadischer Bearbeitung ausgewählter E-Mails,
  • Nachrichten, Blogs und andere News verfolgen.

Wie bei einer Diät oder jeder anderen Verhaltensänderung hilft messen, zählen und wiegen. Mache Dir den Fortschritt, die Lernkurve sichtbar. Tracking Tools wie RescueTime gehören dazu. Schließlich weißt Du, wie ein optimaler Tag aussehen sollte – oder?

Das machst Du schon? Gut, dann gilt es jetzt, die wirklich produktive Zeit herauszufinden.

 

Disziplin mit RescueTime (c) Sylvia Nickel

Funktionsumfang und Ergebnisse

RescueTime ist eine Anwendung, die auf Linux, Mac, Windows und Android läuft und zusätzlich über Plugins für Firefox und Chrome verfügt. Damit kann die digitale Arbeit auf allen Geräten verfolgt werden, ideal also für den Kopfarbeiter 4.0, der sich disziplinieren will, denn RescueTime erfasst sämtliche Aktivitäten, ob Office-Komponenten, einzelne Websites oder sonstige Programme. Getrackt, also aufgezeichnet, werden die jeweils aktiven Fenster und die investierte Zeit. Dies sagt freilich nichts über die Qualität der Arbeit aus, liefert jedoch wertvolle Ansatzpunkte dafür, wo eigentlich beispielsweise die zwei Stunden geblieben sind, die man heute länger im Büro saß.

RescueTime Dashboard

RescueTime Dashboard

Was mich besonders anspornt, das ist der Productivity Pulse und dieser wirkt magisch wie das „Karma“ der Todoist-App: Ich will 100%! Er berechnet sich aus dem Verhältnis von produktiver Zeit zur gesamt aufgezeichneten Zeit. Meiner lag anfänglich bei 70%, und schnellte – selbst diszipliniert dank RescueTime – schnell auf über 90%. Dies ist für mich ein  Produktivitätsschub, der mehr wert ist als die Jahresgebühr der Premiumversion (zurzeit 72 USD). Bei acht Arbeitsstunden täglich sind dies 96 Minuten, die ich produktiver bin, oder anders: genau 480 Minuten bzw. einen Achtstundentag kann ich in der Woche „sparen“ und diese Zeit in meine Zielerreichung re-investieren.

Die App ist schnell installiert und läuft automatisch auf allen Geräten mit, auf welchen eine Anmeldung mit der hinterlegten E-Mail erfolgt. Neben „24/7“ (Tracking rund um die Uhr) können auch bestimmte, typische Arbeitszeiten zur Aufzeichnung definiert werden. Das ist sinnvoll, wenn das Gerät auch für das Hobby genutzt wird. Die kostenfreie Basisversion ermöglicht:

  • Tracking von Websites, Apps und Programmen,
  • Kategorisierung in elf Kategorien mit bis zu neun Unterkategorien,
  • Definition eines Produktivitätsziels (z. B. fünf Stunden täglich),
  • Auswertung nach Tagen, Wochen und Monaten,
  • Hitliste der produktivsten Tage,
  • Überblick über die insgesamt getrackte Zeit.
Die kostenpflichtige Pro-Version ermöglicht darüber hinaus das stundenweise Blockieren einzelner Websites, um sich vor Zeitfressern zu schützen. Dafür gibt es jedoch auch Alternativen, die ich hier vorstelle.
Insgesamt habe ich RescueTime gerne genutzt und werde dies auch in Zukunft tun, immer dann, wenn ich den Verdacht (gegen mich selbst) hege, Zeitfressern hinterher zu laufen und – statt produktiv an meinen Zielen zu arbeiten – die Zeit quasi „tod“ zu schlagen.

Flankierende Maßnahmen

Gefahr erkannt bedeutet nicht: „gebannt“. Damit Du Dich auf Deine produktiven Aktivitäten fokussieren kannst, beherzige folgendes:

  1. Mache Dir Ziel und Priorität bewusst (was, warum und wie tun?)
  2. Wähle kleine Zeiteinheiten (25-30 Min. nach der Pomodorotechnik)
  3. Schalte Störquellen aus (Smartphone auf Flugmodus, E-Mails aus)
  4. Höre Flow-Musik mit Kopfhörern (leise, kaum wahrnehmbar, im Atmungsrhythmus)

Dieses Thema ist Teil des Webinars Tooltime |►► Disziplin mit RescueTime„. Weitere Webinare von mir findest Du übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.

Ich wünsche Dir eine hohe Produktivität und viel Zeit für das Wesentliche,
Sylvia Nickel

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5. September 2016
nach Sylvia Nickel
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Motivation & Fokus mit dem Vision Board

Vor lauter Aufgaben geraten manchmal die großen Ziele aus dem Blick. Ein Vision Board hilft, Fokus und Motivation auf die richtigen Dinge zu lenken. Wie ein Vision Board erstellt wird, was es enthalten sollte (und was nicht), darum geht es in diesem Artikel.

Die Magie der Visualisierung

Ein Vision Board dient der Visualisierung der eigenen Ziele. Damit wird es nicht für andere erstellt, sondern Du kreierst Dein Vision Board für Dich selbst. Das mag Dich erleichtern, denn es geht nicht um große Kunst oder handwerkliches Geschick.

Während die linke Gehirnhälfte für zahlen, Worte und Kombination zuständig ist, verarbeitet die rechte Gehirnhälfte Bilder und Gefühle und ist für die Intuition zuständig. Wenn Du mit einem Wunschbuch bereits arbeitest dann bedienst Du dennnoch primär die linke Gehirnhälfte.

Es gibt einen weiteren Grund für die Kraft des Bildes: Alles, was wir selbst kreieren, tatsächlich umsetzen, das erlernen und erinnern wir besser als Gehörtes, Gelesenes oder Geschriebenes; der  Faktor steigt von rund 50% auf 90%. Dies jedoch nicht alles, wenn es um die Kraft des Bildes geht: Experimente mit unterschwelliger Werbung ergaben, dass das Kaufverhalten signifikant beeinflusst wird, wenn wir unbewusst durch ein Bild an eine Marke erinnert werden. Und darum geht es:

Vision Board (c) Sylvia Nickel

Vision Board (c) Sylvia Nickel

Der Weg zu Deinem Vision Board

Finde Deine Bilder für Deine Ziele. Es muss also nicht eine Fotomontage davon sein, wie Du durch die Ziellinie beim Marathon läufst, damit Du Dich darauf für das Training motivierst. Eventuell reicht Dir eine Skizze oder ein Foto von einer Ehrennadel, einem Pokal oder einfach ein Smiley auf einem Strichmännchen mit einer Nummer auf der Brust. Dein Vision Board mag für Dich ein Kunstwerk sein, muss jedoch nicht selbsterklärend für Dritte sein, denn Du fertigst es für Dich selbst. – So erarbeitest Du Dir Dein Vision Board:

  1. Notiere Deine strategischen Ziele, also keine Tages- oder Wochenziele. Beachte, das es Deine Ziele sind und nicht solche, die Dir von anderen vermeintlich vorgegeben werden. Vielleicht laden mehrere Notizen auf einen Faktor, also ein Oberziel? – Dann fasse sie unter diesem Stichwort zusammen, denn wie so häufig gilt: Weniger ist mehr.
  2. Blättere Zeitschriften durch. Werbeanzeigen liefern häufig schöne Bilder, welche Dich an deine Ziele erinnern. Sammele diese.
  3. Nimm Dir ein Blatt oder eine Pinnwand und ordne die Symbole an. Du kannst auch selbst skizzieren.
  4. Wenn das Vision Board für Dich rund ist, dann hänge es an einem Ort auf, an dem Du mehrmals täglich vorbei kommst. Ich habe meine Vision Board an meinem Kreativschreibtisch hängen. Es der Tisch , an welchem ich morgens die erste und abends die letzte Aufgabe erledige, denn diese sind mit Texten oder Grafiken verbunden. Für alle anderen Aufgaben nutze ich meinen Arbeitsschreibtisch.

Alternativen zum Vision Board

Wem die Anfertigung eines Vision Boards zu aufwändig ist, kann auf Alternativen zurück greifen. Ich nutze beispielsweise vier verschiedenfarbige Kegel, um mich an meine Lebensbereiche (Körper/Fitness, Hobbys/Instrumente, Freunde/Familie und Spiritualität/Wissen) zu erinnern. Jede Farbe steht für einen Bereich. Die Kegel sehen an meinem Schreibtisch und mahnen „hast Du heute schon an mich gedacht?“

Statt Kegel eigenen sich auch andere Gegenstände. Wichtig ist, dass es nicht zu viele sind. Das gilt auch für das Vision Board. Folge der 7±2-Regel: Fünf bis neun Ziele sollten es sein, mehr nicht.

Apps & Co. – Das digitale Vision Board

Wer viel unterwegs ist, dem nutzt das papiergebundene Vision Board im heimischen Flur wenig. Daher bieten sich auch digitale Alternativen:

  1. Ein Foto vom Vision Board als Hintergrundbild auf Notetbook, Smartphone oder Tablet,
  2. spezielle Apps für das Vision Board; schau Dir bei Interesse folgende Apps an: Free Vision Board App, Vision Board by Astraport, Vision kit.
Dieses Thema ist Teil des Webinars „Vision Board | Motivation & Fokus„.  Weitere Webinare  von mir findest Du übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Vision Board,
Sylvia Nickel

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1. September 2016
nach Sylvia Nickel
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Netzwerken: Erwecke die Toten

Manchmal bricht der Kontakt ab, durch Umzug, Jobwechsel, Familienphase oder auch einem persönlichen Grund. Dabei sind diese Altkontakte wertvoll, denn das Band der Symphathie ist schon längst gespannt. Zeit also, diese Kontakte zu reaktivieren.

Altkontake, wo seid ihr?

Bevor Du Dir Ansatzpunkte überlegst, wie Du den Altkontakt erwecken kannst stellt sich die Frage, wer aus Deinem Leben quasi verschwunden ist. Die Kontakte müssen nicht Jahre oder Jahrzehnte zurück liegen; manchmal hatte man ein nettes Gepräch während der Wartezeit auf einen Flug, tauschte die Visitenkarten aus, vernetzte sich anschließend in sozialen Netzwerken, telefonierte, traf sich zufälligerweise beim einen oder anderen Event und stellt fest: Schon wieder ist ein Jahr vorüber. Lege Dir einen Post-it auf den Schreibtisch oder an eine andere Stelle, auf die Du mehrmals täglich schaust. Notiere einfach:

Altkontakte:
1. ………
2. ………
3. …….

Du wirst sehen, dass Dir sehr schnell einige Namen einfallen werden. Doch warum ist dies so wichtig?

Das Potenzial von Altkontakten

Mit einem Altkontakt hast Du bereits eine positive Verbindung und ähnlich wie im Vertrieb gilt: einen Altkunden zu halten ist einfacher als einen neuen zu gewinnen (häufig auch günstiger).

Liegt die letzte Begegnung schon mehrere Jahre zurück, kann es umso spannender sein, diesen Kontakt zu reaktivieren, denn wie Du Dich entwicklet und Dein Netzwerk erweitert hast, hat es auch Dein Altkontakt. Die Chance, über den Tellerand zu schauen und neue Kontaktkreise zu erschließen, ist gut. Eine Studie zu Sozialen Netzwerken ergab, dass binnen einer Frist von rund einem Jahr nach Anmeldung in einem Netzwerk das doppelte an Altkontakten reaktiviert als jeweils Neukontakte geknüpft oder bestehende Kontakte mit diesem Werkzeug gefunden werden.

 

Altkontaktfaktor (c) Sylvia Nickel

Altkontaktfaktor (c) Sylvia Nickel

Tipps zum Finden

Nachdem nun drei Namen auf dem Zettel sind, gilt es die Kontaktdaten zu recherchieren. Hier ergeben verschiedene Möglichkeiten:

  1. Die Netzwerkplattformen, in den Du bereits angemeldet bist, zielgerichtet durchsuchen;
  2. Personensuchmaschinen (wie beispielsweise yasni, pipl, entitycube, menschen-finden, peekyou);
  3. (private) Social Networks (z. B.  stayfriends, about.me, instagram, facebook, pinterest).

In privaten Netzwerken werden häufig Pseudonyme genutzt. Denke an Hobbies oder Lebensziele der jeweiligen Person: Vielleicht fährst sie nun den außergewöhnlichen Oldtimer, den sie vor 20 Jahren schon haben wollte, und ist in entsprechender Wortkombination, gegebenenfalls in Kombination mit Schule oder Ausbildungsort, zu finden?

Konkreter Anlass oder ein „Hallo“?

Sind die Adressen recherchiert, stellt sich die Frage: „wie den Kontakt reaktivieren?“ Hier ergeben sich mehrere Anhaltspunkte:

  • Eine E-Mail senden: Sende schlichtweg eine E-Mail mit einigen Worten, z. B. was Euch verbindet und warum Du an den Kontakt gedacht hat. Erläutere kurz und knapp, was Du jetzt machst und gebe Deine Kontaktdaten frei. Ein Bild ist hilfreich, wenn der Kontakt nicht über ein Soziales Netzwerk hergestellt wird. Vielleicht gibt es aber auch ein besonderes Erlebnis, das Euch verbindet? Erinnere daran (z. B. „gerade heute fiel mir ein, wie wir …“).
  • Den nächstmöglichen formellen Anlass abwarten: Natürlich kannst Du Dir den Kontakt auf Wiedervorlage legen, um zum nächsten Anlass (Halloween, Erntedank, Weihnachten, Neujahr, Ostern, Geburtstag, Jahrestag usw.) einen Gruß zusenden. Unter Umständen geht dann dieser Versuch in der Flut vieler digitaler Grußkarten unter.
  • Traditionelle Mittel nutzen: Old School ist häufig der wirksamere Weg. Hast Du ein Foto aus gemeinsamen Zeiten? Versende es per klassischer Post.
  • Pflege keinesfalls ohne vorherigen Kontakt den Namen in eine Mailingliste ein, denn dies ist unpersönlich und erweckt den Eindruck beim Kontaktierten, bloß eine weitere E-Mail-Adresse geliefert zu haben.

Dieses Thema ist Teil  des monatlichen Updates “Kontaktmanagement & Netzwerken” im August 2016.  Die Aufzeichnung mit weiteren Tipps rund um Profildetails, Portfolio etc. liegt Du unter diesem Link. Weitere Webinare  von mir findest Du übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.

Viel Erfolg bei Reaktivieren Deiner Altkontakte,
Sylvia Nickel
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